Sprendlingensia - Die Fundgrube

"Sprendlingensia" nennen wir die Zusammenstellung von Informationen über das historische und rezente Sprendlingen. Es ist eine Fundgrube von zahlreichen Berichten aus thematisch sehr unterschiedlichen Quellen. Davon grenzen wir formal die Informationen aus dem Dreieicher Stadtarchiv ab, die mit Zustimmung der Stadt Dreieich in einem besonderen Kapitel enthalten sind.


Sprendlingen hautnah

Beginnen wir das Kapitel Sprendlingensia mit etwas ganz Speziellem: Tattoos mit Bezug auf Sprendlingen. Man kann unterschiedlicher Meinung über diesen Körperschmuck sein. Es gibt zweifellos schöne und originelle Motive. Zu den Letzteren gehören sicherlich Abbildungen  mit Heimatbezug. Auf dem Bild sind ein Hooschebaa-Tattoo auf dem Oberarm einer jungen Sprendlinger Dame und ein Sprendlinger-Kerb-Motiv auf dem Unterarm eines Ex-Kerbborsche zu sehen. Dies ist wohl ein Ausdruck von besonderer Heimatliebe!?


Überblick über die Unterkapitel:

  • Sprendlingen wurde in alten Dokumenten mit dem Beiwort "am Hirschsprung" versehen. Das Wappen zeigt aber einen stehenden Hirsch. Lesen Sie über des Rätsels Lösung.
  • Im Kapitel Kriminalfälle berichten wir über Mord und Totschlag. Unter anderem einen  Doppelmord im Sprendlinger Pfarrhaus im Jahr 1570 , der  Mord an Stara Baumgarten von 1930, einen Bombenanschlag von 1958 und einen Polizistenmord der RAF.
  • Wissen Sie, wonach die Sprendlinger Straßen benannt wurden? Oder für welche Straßen Umbenennungen vorgenommen wurden, etwa zu Beginn und nach der NS-Zeit? 
  • Wir haben ein Kapitel Gedichten mit Bezug auf Sprendlingen reserviert. Nichts Hochkulturelles, aber trotzdem lesenswert.
  • "Kommst Du vom Galjehiwwel her ..." So beginnt die Sprendlinger Nationalhymne. Es besteht bei der ersten Strophe weitgehende textliche Übereinstimmung. Bei den Folgestrophen gibt es verschiedene konkurrierende Versionen. Wir haben sie zusammengestellt.
  • In den zehn Gravamina gegen Pfarrer Lantz wird über eine gerichtliche Auseinandersetzung der Sprendlinger Kirchengemeinde mit ihrem Pfarrer im Jahr 1745 berichtet. Eine unglaubliche Geschichte.
  • Ein Streit zwischen den Sprendlingern und den Dreieichhainern im Jahr 1606 um den "Ewigen Baum" war Vorlage für das Theaterstück "Als die Sprendlinger den Haanern die Kühe klauten". 
  • Der Heimatforscher Karl Nahrgang hat um 1960 ein Büchlein mit dem Titel "Die Flur-, Wald- und Wegenamen der Urmark Sprendlingens" publiziert. Lutz Schäfer hat es leicht gekürzt digitalisiert.
  • Über das Pfarrhaus am Lindenplatz gibt es einige neue Forschungsergebnisse.
  • Über Sprendlingen gibt es eine Reihe von interessanten Publikationen, selbst nach der Gründung der Stadt Dreieich. 
  • Die Familie Dreieicher war in Sprendlingen recht bekannt. Zum einen wirte der tatkräftige  Georg Dreieicher von 1901 bis 1928 als Bürgermeister von Sprendlingen, zum anderen war Jean Dreieicher, dessen Neffe, ein stadtbekannter Schmied, der auch in der Nazizeit Haltung bewies. Hier ist eine kurze Familienübersicht aufrufbar.

Das Sprendlinger Feuerwehrauto

In den 1930er Jahren bauten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Sprendlingen in Eigenarbeit ein geeignetes Kraftfahrzeug in ein Feuerwehrauto um. Auf dem linken Bild erkennt man Wehrführer Friedrich Ott neben dem Fahrer. Hinter der Mannschaft sind die Schlauchrollen befestigt. Auf dem Anhänger befindet sich eine Motorpumpe. Interessant ist die Tatsache, dass kurz vor dem Einmarsch der Amerikaner im März 1945 das Feuerwehrauto in den Vogelsberg verlegt wurde, um es vor dem Feind zu sichern. Das hat dem Wehrführer Ott nach dem Krieg eine Anklage wegen Entführung eines Feuerwehrautos eingebracht. Das rechte Bild zeigt den Besuch der Freiwilligen Feuerwehr auf der AirBase mit dem Vorkriegs-Auto. Das war wg. des schwarzen Kennzeichens vor 1958.


Die ersten Bürgermeister

Heinrich Runkel veröffentlichte 1999 eine Schrift mit dem Titel "Schultheißen und Bürgermeister von Sprendlingen", die wir hier erneut publizieren. Interessant sind die Anmerkungen über die Tatsache, dass Sprendlingen zeitweilig zwei Schultheißen gleichzeitig hatte.


Handwerk und Firmen 1958

1958 gab es in Sprendlingen 14 Metzgereien und 20 Bäckereien (die alle noch selbst backten). Das ist dem Branchenverzeichnis aus dem Jahr 1958 zu entnehmen, das in einer Broschüre für Neubürger abgedruckt war.


Wie überquerte man früher den Hengstbach? 

Ein Bericht aus dem Jahr 1850 über die Verbreiterung der Hengstbachbrücke an der Darmstädter Straße ist insofern interessant, weil bisher keine Informationen über den Bau dieser Brücke dokumentiert sind. Es ist anzunehmen, dass die Straße von Darmstadt nach Frankfurt früher (?) durch die Hengstbachfurt zum Lindenplatz und dann weiter Richtung Norden führte. In der Karte des Geometer Nicks aus dem Jahr 1761 ist die Darmstädter Straße zu erkennen, die mittels einer Brücke über den Hengstbach verläuft. Offensichtlich wurde im Zuge des Baus der Chaussee von Langen bis Neu-Isenburg um 1805 diese Brücke nicht erneuert, sondern erst 1850. 

In einem Gemeinderatsprotokoll wird explizit erwähnt, dass die Brücke eine der Straße entsprechende Breite erhalten soll. Diese zweibogige Sandsteinbrücke mit den breiten sandsteinernen Geländern wurde im Jahr 1900 verbreitert, weil sie den Verkehr nicht fassen konnte. Sie musste 1953 einem Neubau aus Stahlbeton weichen. Dies war eine Voraussetzung für die Verbreiterung der Darmstädter Straße, was einige Jahre später realisiert wurde.

Schauen Sie sich bitte auch die Brückenbilder in Kapitel "Sprendlinger Fotos" an. 


Blick in die Stadtpolitik vor über 100 Jahren

Die Protokolle des Sprendlinger Gemeinderates von 1883 - 1914 wurden von Gerhard Störmer durchgearbeitet und zusammengefasst. Mit einem Klick auf das Bild können die "Streiflichter aus der Sprendlinger Kommunalpolitik" aufgerufen werden. 

Im Wohnhaus Kirchstraße 1 (heute Alberusstraße) befand sich bis 1901 im ersten Stock das Sitzungszimmer des Gemeinderates von Sprendlingen (Abb.). Danach tagte er in einem Haus in der Eisenbahnstraße 20, bis 1910 das neue Rathaus bezugsfertig wurde.


Die Kreppel-Zeitung

Die Sprendlinger Kreppel-Zeitung von 1913 ist ein lokalgeschichtlich interessantes Zeitdokument. Es werden dort die politischen Gegebenheiten - nicht nur in Sprendlingen - persifliert dargestellt. Die elektronische Version dieser Zeitung wurde freundlicherweise von Herrn Andreas Stroh zur Verfügung gestellt. Klick auf das Bild


Das hessische Ortsnamenbuch

Unsere altvorderen Heimatforscher haben sich große Mühe gegeben, die verfügbaren Archive zu sichten und die dortigen Dokumente aufzuarbeiten, sie zu strukturieren und sie inhaltlich aufbereitet zu publizieren. Eine dieser Veröffentlichungen ist das "Hessische Ortsnamensbuch" von Wilhelm Müller, das im Selbstverlag der Historischen Kommission für den Volksstaat Hessen 1937 in Darmstadt erschienen ist. Durch Anklicken des Bildes rechts wird das Kapitel über Sprendlingen aufgerufen (dann "Anzeige" und "Ansicht drehen"). Es handelt sich um eine noch heute aktuelle Übersicht der wichtigsten Dokumente zu Sprendlingen, die in der verfügbaren Sekundärliteratur nur unzureichend wiedergegeben und interpretiert werden.


Sprendlinger Zeitungen

Das "Sprendlinger Blättchen"  bzw. der "Sprendlinger Stadtanzeiger" erschien von 1949 bis 1977 zweimal wöchentlich (Dienstag und Freitags. Es gab aber auch schon vorher Zeitungen in Sprendlingen:

  •  1898 Gründung der Allgemeinen Volkszeitung für Sprendlingen und Umgebung, Druck- und Verlagshaus J. Leonhardt
  •  1923 (?) Sprendlinger Anzeiger, Verkündigungsblatt für amtliche Bekanntmachungen der  Gemeinde Sprendlingen und der benachbarten Oberförstereien, Schriftleitung Carl Aug. Knacker
  • 1936 (?) Sprendlinger Anzeiger, Druckerei und Verlag, Offenbacher Straße 19
  • 1945 Amtliche Mitteilungen für die Stadt und den Landkreis Offenbach (Verlag?)
  • 1948 Amtliche Bekanntmachungen der Stadt Sprendlingen Druck: H. Leonhardt
  • 1948 Anzeigenblatt für die Städte Sprendlingen und Dreieichenhain und die Gemeinden Götzenhain und Offenthal, Herausgeber: Heinrich Leonhardt 16.
  • 1949 Erstes Erscheinungsjahr des Sprendlinger Stadt-Anzeigers, Druck- und Verlagshaus J. Leonhardt (Dreieichbote, Dietzenbacher Wochenblatt)
  • 1975 Übernahme des Sprendlinger Stadtanzeiger durch den Binz-Verlag, Beilage zur Offenbach-Post
  • 1977 Umbenennung in Dreieich-Stadtanzeiger, Einstellung des Titels 1997
    Nach 1977 gab es kein Sprendlingen-spezifisches Presseorgan.

Oho! Zeitungs-Anzeigen aus vergangenen Tagen

Die Freunde Sprendlingens erhielten die Sammlungen einiger prominenter Heimatkundler, die im Vereinsarchiv sorgsam verwahrt werden. Gerhard Störmer hat uns seine Sammlung von Anzeigen aus alten Zeitungen übergeben, von der hier einige Seiten per Klick auf das Bild gezeigt werden. Auf Anfrage lässt sich die Sammlung im Vereinsarchiv einsehen.


Unser Hirsch in Urberach

Unser Mitglied Gudrun Czerwinski machte uns auf ein Sprendlinger Wappen aufmerksam, das sie an dem Haus Erbsengasse 2 in Urberach entdeckte. Dieses gehört wahrscheinlich einem ausgewanderten Sprendlinger, der damit seiner Heimatliebe Ausdruck geben wollte. Sehr löblich!


Filme über Sprendlingen
In YouTube findet man einige weitere interessante Filme über Sprendlingen, die wir für Sie zusammengestellt haben: