Das Sprendlinger Rathaus

Dieses denkmalgeschützte Gebäude wurde zwischen 1908 und 1910 unter der Ägide des damaligen Bürgermeisters Dreieicher im sog. Heimatstil erbaut. Architekten des Rathauses waren Georg Löffler und Heinrich Runkel. Gleichzeitig wurde die Stadt-Apotheke errichtet und die Rathausstraße angelegt. Die Sprendlinger Polizeistation war lange Zeit im Rathaus untergebracht. 1933 misshandelten SA- Männer in den Arrestzellen im Keller politische Gegner. Das neben dem Rathaus stehende Gasthaus „Zum Engel“ wurde 1935 von der Gemeinde erworben und zur Stadtkasse umgebaut. Später wurde das Gebäude auch als Sprendlinger Polizeistation genutzt. Die letzte Erweiterung erfolgte 1965, es wurde in der Rathausstraße ein Anbau errichtet, um alle Ämter unterbringen zu können. Nach der Gründung der Stadt Dreieich diente das Gebäude bis zur Eröffnung des neuen Dreieicher Rathauses im Jahr 2003 als Sitz der Verwaltung. Danach wurde es von einem Investor im Rahmen des  Erbbaurechts freigestellt und denkmalschutzgerecht saniert. Heute ist das alte Rathaus und der Platz mit dem Pflasterer-Denkmal wieder in der Verfügungsgewalt der Stadt Dreieich. 

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Vor 1910 fanden die Gemeinderatssitzungen im 1. Stock des Hauses Kirchstraße 1 (heute Alberusstraße) statt, das der Familie des Bürgermeisters Dreieicher gehörte. Von 1901 bis 1910 war der Amtssitz des Bürgermeisters in dem Haus Eisenbahnstraße 20 untergebracht. Vorher amtierten die Bürgermeister in ihren privaten Wohnungen.

 

Die Stadtkasse befand sich vor dem Kauf des Hauses "Zum Engel" seit 1930 in dem Gebäude neben der Stadt-Apotheke, in dessen Hinterhof die Synagoge bis 1938 stand. Vor 1930 wurde das Haus in der Eisenbahnstraße für die Stadtkasse 15 genutzt.

In einem Zeitungsartikel aus dem Jahr 1910 wird über die Einweihung des neuen Rathauses berichtet und der Text der Grundstein-Urkunde abgedruckt.