Die Industrialisierung Sprendlingens

 

Sprendlingen war im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ein armes, kleines Bauerndorf. Durch das Bevölkerungswachstum und die unglückselige Realteilung des Grundbesitzes im Erbfall wurde die Basis des bäuerlichen Einkommens immer geringer. So mussten sich Mitte des 19. Jahrhunderts viele Sprendlinger Bauersöhne  in den Fabriken der nahen großen Städte Arbeit suchen. Sprendlingen entwickelte sich zu einer Arbeitergemeinde, in der viele Einwohner nebenberuflich Landwirtschaft betrieben. Insbesondere im damals blühenden Baugewerbe kamen viele Sprendlinger unter, man sprach von dem Dorf der Maurer und Pflasterer. Der Weg nach Frankfurt oder Offenbach war weit und beschwerlich, deswegen war man froh, dass sich im Laufe der Zeit kleinere bis mittlere Handwerks- und Industriebetriebe in Sprendlingen ansiedelten, so die Wurstfabrik Müller, die Sektfabrik Löffler und die Möbelfabrik Bechtel. Als Initialzündung für die weitere Industrialisierung Sprendlingens erwiesen sich der Bau der Dreieich-Bahn 1905 und die Errichtung des Gas- und Wasserwerkes an der Eisenbahnstraße im Jahr 1906. Bürgermeister Dreieicher (Amtszeit 1900-1928) hat diese Infrastrukturmaßnahmen gegen erheblichen Widerstand durchgesetzt. Man kann also unterscheiden zwischen der Industrieansiedlung vor und nach dem Bau der Dreieichbahn. 

 

Klicken Sie auf die Firmennamen im Untermenü, um mehr zu erfahren. Mit dem Nordpark, der Firma Ellen Betrix und anderen berichten wir auch  über Unternehmen der Nachkriegszeit.