Mittelalterarchäologie: Burg Hayn

Unser Archäologie-Team hat vom 28. Juni bis 30. Juni 2026 ein Grabungsprojekt unseres Nachbarvereins unterstützt. Dort kam es unter der Leitung des renommierten Burgenarchäologen Dr. Achim Zeune zu einer dreitätigen Grabung im Außenbereich der Burgmauer unterhalb der noch stehenden Nordturmwand der Anlage. Sie sehen im Foto unterhalb der Turmwand ein gemauertes Quadrat, welches die alte Grundmauer nachzeichnet. In diesem Bereich fand die Grabung statt.

Drei Meter in die Tiefe

Fast 3 Meter tief grub sich das Archäologieteam von GHV, Freunde Sprendlingens und weiteren Helfern hinunter zu den Grundmauern der Burg Hayn bis zum Grundwasser. Das Team wollte herausfinden, auf was die Burg Hayn eigentlich steht, ob es eine Vorgängerburg gab oder ob man Scherben oder Gegenstände aus der Zeit des Mittelalters finden kann.

Mit Spaten und Sieben

Unsere fünfköpfige Grabungstruppe der Freunde Sprendlingens rückte mit Eimern, Kellen, Spaten und mehreren Sieben an. Letztere sind bei den  Untersuchungen im "keltischen" Buchenbuschwald essentiell, da wir dort die Erde von Baumwürfen durchsieben.  Auch in Dreieichenhain erwies sich diese Methode als wirkungsvoll, um den Erdaushub zu durchsuchen.

Mittelalterliche Keramikscherben

Die ersten Ergebnisse weisen in die Salierzeit des 11. Jahrhunderts, in der der gewaltige Neubau gestemmt wurde. Auf dem Foto sind Scherben der sogenannten Pingsdorfer Ware zu sehen und diese verweisen ins Mittelalter. Dies war erwartbar, da der Bau und die intensive Nutzung der Burg in diese Zeit fällt. Ebenfalls gefunden wurden Nägel, Tierknochen, Bruchstücke von Bodenfließen. 

Menschliche Aktivität vor der Salierzeit?

Einen besonderer Fund stellen die im nächsten Foto zu sehenden Scherben mit zweireihigem Stempeldekor dar. Sie  könnten älter sein und aus der Völkerwanderungszeit stammen.  Dies wird zur Zeit von Dr. Zeune und seinem Team recherchiert.  Auf eine Vorgängerburg weisen die bisherigen Funde nicht hin, dafür gäbe es laut Dr. Zeune keine archäologischen Beweise. Aber: zumindest von menschlichen Aktivitäten oder einer Nutzung des Geländes  in vorchristlicher oder fränkischer Zeit könnte man ausgehen, wenn sich das hohe Alter der Stempelscherben bestätigt. Es bleibt spannend und auf die Auswertungen des Zeune-Teams im September 2026 warten alle Burgenfans gespannt!